Wohnung mieten oder kaufen?

Lebenslang Miete zahlen oder besser rechtzeitig in eine Eigentumswohnung investieren? Doch wann rechnet sich ein Kauf?

Zur Miete wohnen – Vor- und Nachteile

Neben finanziellen Aspekten fällt der Wunsch, seine Wohnung nach individuellen Vorstellungen zu gestalten, an keine Vermietervorschriften gebunden zu sein sowie keine Eigenbedarfkündigung befürchten zu müssen, nicht unerheblich ins Gewicht. Insgesamt liegen Mietkosten nach Steuern unter den jährlichen Eigentumskosten.

Mieter sind flexibel – sie ziehen um, wann Sie es möchten oder durch beruflichen Ortswechsel müssen. Weiteres Plus: Größere Kosten für Instandhaltung und Reparaturen sind Sache des Vermieters. Aktuelle Gerichtsurteile zu Rechten und Pflichten von Mietern finden sich beim Deutschen Mieterbund.

Allerdings verschlingt der Erstbezug erhebliche Mittel: Makler lassen sich ihre erfolgreiche Vermittlung mit Provisionen von bis zu zwei Monatskaltmieten bezahlen, Mietkautionen in Höhe mehrerer Monatsmieten sind aufzubringen. Bei knapper Mittellage hilft eine Kautionsbürgschaft: Hier haften private Bürgschaftsgeber mit bis zu drei Kaltmieten. Der Mieter zahlt monatliche Beiträge an das Bürgschaftsunternehmen, das im Gegenzug eine Bürgschaftsurkunde an den Vermieter überreicht. Aber Vorsicht – Bürgschaften gelten nicht nur bis Mietende, sondern bis zur vollen Abrechnung des Mietverhältnisses. Sparbuch-Kautionen dagegen erwirtschaften über die Jahre Zinserträge.

Manchmal sind unangemessen hohe Mietbelastungen zu schultern. Und kommt eine beträchtliche Mietsteigerung hinzu, kann sich der Erwerb von Eigentum lohnen. Seit 1990 ist ein durchschnittlicher Mietanstieg von 34 Prozent zu verzeichnen. Geht man von einer Kaltmiete von 500 Euro und einer Mietsteigerung von 2 Prozent bei zwanzigjähriger Mietdauer aus, summieren sich Mietzahlungen gern auf sechsstellige Beträge.

Eine Eigentumswohnung kaufen

Welche Kosten kommen auf mich zu, wenn ich ein vergleichbares Objekt zur Eigennutzung erwerbe? Eine gute Richtschnur der Ratenhöhe ist die aktuell gezahlte Miete. Die Mehrzahl der Familien leistet sich eine Immobilie, die etwa dem 2,5-fachen ihres Jahreseinkommens entspricht. Käufer von Eigentumswohnungen profitieren von staatlicher Förderung wie Arbeitsgebersparzulage oder günstigen Darlehen bei derzeit niedrigem Zinsniveau. Kapitalbildung durch Immobilienkauf, etwa als Baustein der Altersvorsorge, zahlt sich langfristig aus: Ist Ihr Objekt abbezahlt, wohnen Sie mietfrei.

Wie erkenne ich, ob eine Immobilie fair bewertet ist? Man teilt den Kaufpreis einer Eigentumswohnung durch die Jahresmiete einer vergleichbaren Mietwohnung. Je höher die Quote, desto günstiger erweist es sich zu mieten. Verbessert sich die Infrastruktur einer Stadt oder Region, steigen ortsübliche Vergleichsmiete und individuelle Miethöhe.

Individuelle Finanzierungsmodelle nehmen die Lebenssituation des Käufers genau in den Blick: Ist für dauerhafte Liquidität gesorgt? Eine passgenaue Finanzierung reagiert flexibel auf Veränderungen. Daneben muss Eigentum erhalten werden: Übersteigen monatliche Rückführungen und Rücklagen für Instandhaltungen die Mietzahlungen, wird es bereits eng.

Stellen Sie schon vor Finanzierungsanfrage Ihre persönliche Kalkulation auf: Welche Mittel müssen Sie monatlich für Lebensunterhalt, Versicherungen, Nebenkosten und monatliche Fixkosten aufwenden? Nur das, was nach Abzug bleibt, steht zur Rückzahlung zur Verfügung. Exemplarisch sollen nun Stadtteile zweier beliebter deutscher Städte, Leipzig und Hannover mit den charakteristischen Miet- und Kaufpreisen vorgestellt werden.

Mieten in Leipzig

Die Lebensqualität gilt als hoch – bei niedrigen Mieten von durchschnittlich unter 5 Euro. Im Zentrum um Gewandhaus und Oper werden um 6 Euro, im Bach- und Musikerviertel, am Waldstraßenviertel und im Rosental gute 5,80 Euro für hochwertige Wohnungen verlangt. Während Mieter in Gohlis-Süd im Schnitt für günstige 5,20 Euro wohnen, locken Grünau und Schönau mit Quadratmeterpreisen unter 4 Euro.

Der Ring in der Leipziger Innenstadt

Generell preisgünstig, sind jedoch Preisanstiege in bestimmten Stadtteilen zu verzeichnen: Mieten in Zentrum Süd-Ost stiegen seit 2007 um satte 14 %, in Knauthain-Knautkleeberg um 9 %. Günstiger wohnt es sich dagegen in Grünau-Mitte und Böhlitz-Ehrenberg (Rückgang um 5 %).

Eigentumswohnungen in Leipzig

Die größte Stadt Sachsens ist Messe- und Bildungsmetropole. Entsprechend haben die Preise für Eigentumswohnungen besonders in Zentrum-West mancherorts die Marke von 2000 Euro überschritten. Wer sich mit anderen Stadtteilen anfreundet, zahlt oft nur knapp die Hälfte pro Quadratmeter. Marienbrunn schießt mit 673 Euro den Vogel ab; auch in Althen-Kleinpösa sind kaum mehr als 700 Euro anzulegen. Je nach Ortsteil sind auch im Bereich Mieteigentum jährliche Preissteigerungen zwischen 3 und 7 Prozent zu verzeichnen.

Zur Miete wohnen in Hannover

Wohnungsmieten im Industrie- und Dienstleistungsstandort Hannover zeigen eine große Bandbreite. Wohnen im Zentrum der niedersächsischen Landeshauptstadt, Messe- und Universitätsstadt kostet in manchen City-Bereichen wie Hannover-Mitte fast 10 Euro pro Quadratmeter. Das attraktive Kirchrode lässt sich den Quadratmeter mit 8,90 Euro bezahlen.

Niedrigpreissieger ist das südwestliche Mühlenberg mit 4,80 Euro, Tendenz rückläufig. Hier handelt es sich um die vom übrigen Stadtteil durch eine Schnellstraße abgetrennte Hochhaussiedlung, den Canarisweg. Ledeburg im Norden kostet günstige 5,30 Euro den Quadratmeter – ideal für Beschäftigte im dort ansässigen Volkswagenwerk, für Partygänger jedoch ein eher unattraktiver Stadtteil. Anziehender ist in diesem Falle eher die zentral gelegene List zwischen Zentrum und Eilenriede, die viele kleine Geschäftchen und Kneipen in gut erhaltenen Altbauten beherbergt.

Eigentumswohnungen in Hannover

Durchschnittspreise für Eigentum liegen derzeit bei gut 1.400 Euro. Im Stadtteil Hainholz bei günstigen 850 Euro pro Quadratmeter. Und wer in Ledeburg von der Mietwohnung auf Eigentum umsattelt, zahlt im Durchschnitt 900 Euro. Zoo mit Stadtpark sowie Waldhausen bilden das obere Preissegment: In Zoo sind knapp 2.000 Euro anzulegen, das kleine Waldhausen mit seiner attraktiven Altbausubstanz nah am Stadtwald zieht Käufer an, denen stadtnahe Idylle gute 2.100 Euro pro Quadratmeter wert ist.